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    4.1 Das Statement
   
  Kooperation macht stark
     
     
 
er Trend zur Spezialisierung zieht sich durch alle Branchen. Wer erfolgreich Nischen besetzt und qualitativ hoch-
wertige Produkte und Dienstleitungen anbietet, wird auch künftig im Wettbewerb bestehen können. Eine Folge dieser Entwicklung ist jedoch, dass viele extrem spezialisierte Betriebe ihren Lehrlingen nicht mehr alle im Berufsbild vorgesehenen Ausbildungsinhalte vermitteln können. Für diese Unternehmen wurde mit der Lehrlingsausbildung im Verbund eine echte Alternative geschaffen, deren Erfolg mittlerweile unbestritten ist. Die Kooperation in der Lehrlingsausbildung macht stark: Sie erlaubt es Österreichs Unternehmen, trotz ihres hohen Spezialisierungsgrades weiterhin mit umfassend ausgebildeten Facharbeitern erfolgreich im Wettbewerb zu stehen.

Noch wird die Forderung der Wirtschaftskammer, die finanziellen Belastungen für Betriebe in Ausbildungsverbünden zu senken, in den Bundesländern unterschiedlich unterstützt. Als Präsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich freut es mich deshalb besonders, dass diese Hilfestellung in Oberösterreich vorbildlich und äußerst erfolgreich umgesetzt wird. Dort fördert das Land diese zukunftsorientierte Lehrlingsausbildung mit gestaffelten Zuschüssen und ist zugleich Partner des Firmenausbildungsverbundes
Oberösterreich – einer Gemeinschaftsinitiative von
  Land, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer. Förderangebote existieren auch in weiteren Bundesländern.

Bei der Lehrlingsausbildung im Verbund gewinnen immer beide Seiten – die Lehrlinge und die Firmen. Das zeigen nicht zuletzt einige Top-Lehrbetriebe der Fit for Future Wettbewerbe, die den Verbund gezielt zur Höherqualifizierung ihrer künftigen Facharbeiter nutzen. Der Ausbildungsverbund gibt darüber hinaus auch jenen Firmen die Chance, den eigenen Facharbeiter-Nachwuchs heranzuziehen, die bislang nur deshalb noch nicht ausgebildet haben, weil sie einem kleinen Teil ihrer gesetzlichen Ausbildungsverpflichtung nicht nachkommen konnten.

Die Lehrlinge selbst profitieren in doppelter Hinsicht.
Zum einen entstehen neue, anspruchsvolle Ausbildungsplätze für Jugendliche, zum anderen erweitert diese „Mini-Walz“ den beruflichen und persönlichen Horizont enorm. Denn die künftigen Facharbeiter holen sich das benötigte Fachwissen im Verbund ja nicht nur einfach ab, sie lernen auch verschiedene Ausbildungs- und Fertigungsmethoden kennen und müssen sich auf neue Kollegen und neue Aufgaben einstellen. Die dadurch geschaffene abwechslungsreiche Lehre auf hohem Niveau, das bestätigen viele Ausbilder und Lehrberechtigte, ist ein nicht zu unterschätzender Motivationsschub.