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5.2.4 Förderung der Mobilität von Lehrlingen: Grenzenlose
  Arbeitserfahrung

Kaum ein Fit for Future Teilnehmer, der nicht auf diese Internationalisierungsmaßnahme setzt: Lehrlingsaustausche bzw. -praktika sind in zahlreichen österreichischen Unternehmen sehr beliebt. Unabhängig von der Betriebsgröße setzen Firmen aller Branchen auf die Förderung der Mobilität ihrer Lehrlinge und leben so die Idee des „europäischen Arbeitsmarktes“ vor.


LEHRLINGSAUSTAUSCHE BZW. LEHRLINGSPRAKTIKA

Größere Unternehmen, etwa die Sappi Austria Produktions-GmbH & Co KG (Papierindustrie), das Hotel Goldener Hirsch in Salzburg, Miba (-->5.3.3) oder die Sandoz GmbH, geben ihren Lehrlingen die Möglichkeit zu mehrwöchigen Aufenthalten in ihren Zentralen, Niederlassungenoder Partnerfirmen in anderen Ländern. Dort lernen sie andere Arbeitsmethoden und -abläufe kennen, müssen sich in bestehende Teams einfügen und auch das Alltagsleben meistern. Eine oft große Herausforderung für die Lehrlinge, aber auch eine enorme Bereicherung und Motivation.

Die überwiegende Mehrheit der Firmen, darunter zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe, wie der Bre-genzer Friseursalon Schmidt, die steirische Tischlerei Dietmar Jud oder die Vorarlberger Fetzcolor Fetz Malerei GmbH, ermöglicht ihren Lehrlingen Auslandspraktika im Rahmen von Leonardo da Vinci Projekten. Leonardo da Vinci, das europäische Berufsbildungsprogramm, fördert Lehrlinge, junge Arbeitnehmer und andere Zielgruppen, die für mehrere Wochen oder Monate in einem anderen Land berufspraktische Erfahrungen sammeln wollen. Abgewickelt werden diese Projekte nicht direkt mit der Leonardo Agentur, sondern über Trägerorganisationen wie Internationaler Fachkräfteaustausch (IFA) oder Berufsschulen. Finanziell gefördert wird nicht nur die An- und Abreise, sondern auch der Aufenthalt und der vorbereitende Sprachkurs.

Ebenfalls EU-gefördert war das Interreg-Projekt des Amtes der Stadt Feldkirch, in dessen Rahmen Lehrlinge rund zwei bis vier Wochen in die Verwaltung einer von sieben Partnerstädten in Deutschland, Schweiz und Österreich gehen können. Die Collini GmbH (Metallveredelung und Eloxalwerk) oder Kraft Foods Österreich GmbH (Lebensmittelindustrie) beteiligen sich auch an Lehrlingsaustauschenmit den benachbarten Staaten. Unterstützt wurden und werden diese „Wanderschaften“ durch „xchange“, einem gemeinsamen Lehrlingsaustauschprogramm der Internationalen Bodenseekonferenz und der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer. Dieses Programm bietet jedem Lehrling die Chance, vier Wochen seiner betrieblichen Ausbildung in einem Unternehmen eines anderen Landes zu absolvieren. Firmen aus den teilnehmenden Regionen Tirol und Vorarlberg, aus Deutschland, der Schweiz, Norditalien und Liechtenstein können dabei direkt untereinander Lehrlinge austauschen.

Ob Sprachtraining oder Lehrlingspraktikum – das Gros der Firmen ermöglicht ihren Lehrlingen den Auslandsaufenthalt während der regulären Arbeitszeit. Dabei wird nicht nur die Lehrlingsentschädi-gung weiter bezahlt, auch die finanzielle Beteiligung ist für viele Unternehmen ein Selbstverständnis.


INTERNATIONALE WETTBEWERBE

„Internationale Luft schnuppern“ können Lehrlinge auch im Rahmen von internationalen Berufs-wettbewerben (-->Erfolgsfaktor 3). Zahlreiche Fit for future Betriebe nehmen regelmäßig an solchen Wettbewerben teil und können so ihre Leistung im internationalen Vergleich testen. Und der Erfolg spricht für die heimische Lehrlingsausbildung! Im wohl bekanntesten internationalen Wettbewerb, der Berufsweltmeisterschaft WorldSkills, die alle zwei Jahre stattfindet, mischen österreichische Lehrlingeimmer ganz vorne mit. So gewann beispielsweise Bernhard Moosbrugger von Fetzcolor Fetz Malerei GmbH bei der Berufs-WM 2003 in St. Gallen die Gold-Medaille.

Ähnlich erfolgreich sind Österreichs Lehrlinge auch bei berufsspezifischen internationalen Wettbe-werben. Enrico Divino von der Innsbrucker Buchbinderei Sanders konnte beispielsweise im interna-tionalen Wettbewerb für Buchbinderlehrlinge im Jahr 2000 die Gold-Medaille erringen. Die Kurbad Groß Gerungs GmbH & Co KG stellte in den letzten Jahren immer wieder Sieger im internationalen Lehrlingswettbewerb für gastronomische Berufe „Silberne Ähre“.

Diese Erfolge zeigen, dass die österreichischen Lehrlinge auch im internationalen Vergleich Bestleis-tungen erbringen.