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Wenn wir hoch qualifizierte Mitarbeiter haben wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen.(Paul Gürtler, Ausbildungsleiter der TYROLIT Schleifmittelwerke Swarovski KG) Fit for Future hat gezeigt: Unsere Betriebe und ihre Lehrlingsausbilder machen auch bei der Weiterbildung keine halben Sachen. Bei den Ausbildern geht es aber um mehr als normale fachliche Weiterbildung. Die Aneignung neuer pädagogischer und methodischer Ansätze spielt eine ebenso große Rolle. Welche Weiterbildungsangebote werden derzeit besonders oft in Anspruch genommen? Die folgende Abbildung gibt dazu einen Überblick:
Die Methoden der Weiterbildung sind vielfältig. Ganz gleich, ob man nun Fachbücher liest, Internet-Kurse macht, Seminare und Workshops besucht, Schulungen bei Lieferanten absolviert, sich mit Ausbilder-Kollegen austauscht, das Ziel ist das Gleiche: Lebenslanges Lernen dieses Ziel haben auch unsere Lehrlingsausbilder im Auge, wenn sie sich sowohl bezüglich ihrer Fachkenntnisse als auch der Trends in der Mitarbeiterführung durch die regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen auf dem Laufenden halten. (aus der Fit for Future Einsendung von MPREIS). Viele Betriebe, wie zB die Norske Skog Bruck GmbH (Papierindustrie), bieten ihren Lehrlingsausbildern betriebsinterne Seminare mit hoch qualifizierten Trainern an, wobei auch die Lehrlingsausbilder die Möglichkeit haben, Themen, die ihnen wichtig sind, in die Seminare einzubringen. Ebenso wichtig ist den Fit for Future Betrieben, dass den Lehrlingsausbildern die Möglichkeit zum regelmäßigen Austausch geboten wird, zB in Form von Ausbilderplattformen wie bei der FACC Fischer Advanced Composite Components AG (Entwicklung, Produktion und Wartung von Luftfahrtbauteilen). Jeder, der unterrichtet, macht Fehler. Das gilt natürlich auch für betriebliche Ausbilder. Wie man typische Fehler vermeidet, zeigt sehr anschaulich eine Ausbilder-Weitbildungsunterlage der UNION & Bank Austria Creditanstalt Versicherung AG (vormals CA Versicherung AG --> 6.3.2). Ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass man Weiterbildung nicht nur von anderen fordert, sondern selbst aktiv wird, lieferte Stefan Walther, Ausbildungsverantwortlicher der Miba Gleitlager GmbH. Zwei Jahre lang hat er zusammen mit einem Ausbilder-Kollegen in regelmäßigen Abständen für jeweils drei Tage die Schulbank gedrückt und den Lehrgang Sozial- und Motivationsförderung an Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben des Pädagogischen Instituts in Linz absolviert. 180 Unterrichtseinheiten, verteilt auf vier Semester und eine Abschluss-Projektarbeit waren dazu erforderlich. Walthers Klassenkameraden waren überwiegend Lehrer an Berufsschulen. Die Ausbilder sollen durch den Lehrgang befähigt werden, auf ein besseres Arbeits- und Sozialverhalten bei den Jugendlichen hinzuwirken. Walthers Fazit: Es bringt echte Vorteile auf der zwischenmenschlichen Schiene. Man versteht die Lehrlinge besser und die Kommunikation und der Kontakt zu den Berufsschullehrern wird intensiviert. Mittlerweile besuchen die beiden nächsten Miba-Ausbilder diesen anspruchsvollen Kurs. Eine weitere Konsequenz dieser Weiterbildung: Wenn Miba neue Maschinen anschafft, dann werden auch die Berufsschullehrer eingeladen und mit der neuen Technik vertraut gemacht. Viele große Unternehmen nützen selbstverständlich die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Personalentwicklungsprogramme die Weiterbildung der Lehrlingsausbilder besonders zu fördern. Die kleinen Unternehmen stehen dem aber um nichts nach. Unterstützt werden sie dabei von verschiedenen Ausbilder-Netzwerken, wie zB dem Ausbilderforum Tirol (--> 6.3.2). Das wohl bekannteste Ausbildungswerk gibt es mit der V.E.M. in Vorarlberg, dem rund 110 Betriebe der Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie angehören. Schon 1973 gründeten Ausbildungsleiter der Vorarlberger Industrieunternehmen und der Energiewirtschaft mit Wirtschaftskammer und Berufsschulen die bis heute wirkende Ausbildungs-Interessensgemeinschaft. Ziel ist, dafür zu sorgen, dass der Vorarlberger Wirtschaft ausreichend hoch qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Dazu tragen die V.E.M.-Mitglieder mit einem hohen Ausbildungsstandard, der laufenden Weiterbildung der Ausbilder, der intensiven Zusammenarbeit mit Berufsschulen und einem gemeinsamen Lobbying für die Lehre wesentlich bei. Einmal im Quartal treffen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Lehrlingsausbildung der V.E.M. zur Besprechung. An Themen hat eigentlich alles Platz, was mit der Lehre zusammenhängt, erklärt Alfons Bertsch vom Fit for Future Preisträger Hilti AG, Werk Thüringen den offenen Charakter dieses strategischen Arbeitskreises, der durch zwei weitere Gremien ergänzt wird die Arbeitskreise Elektro und Metall. Hier wird unter anderem von Bertschs Kollegen Guntram Obwegeser von der Collini GmbH (Fit for Future Preisträger 2004) das operative Vorgehen der Firmen in Sachen Lehrlingsausbildung bestimmt. Wir koordinieren die Schnuppertage in den Unternehmen, organisieren den gemeinsamen Auftritt der Firmen bei der Berufsinformationsmesse und sind durch den ständigen Kontakt der 35 Lehrlingsausbilder immer up to date.In Kooperation mit dem WIFI hat die Lehrlingsstelle Wien ein durchgängiges Weiterbildungsangebot für Ausbilder entwickelt. Unter dem Namen Ausbilder-Akademie soll Ausbildern künftig eine qualitativ hochwertige Weiterbildung ermöglicht werden. Im Wintersemester 2005/2006 werden sechs Module angeboten, die voneinander unabhängig gebucht werden können und die das nötige Rüstzeug für den Umgang vor allem mit schwierigen Jugendlichen vermitteln. Mitglieder der Wirtschaftskammer Wien erhalten eine Sonderförderung. Zusätzliche Förderungen können auch über den WAFF (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) beantragt werden. |
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