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    7.1 Das Statement
   
  Die Lehre: Mehr als eine Ausbildung
     
     
 
it der Lehre erhalten fast 40 % unserer Mädchen und Burschen nach der Pflichtschule eine berufliche Ausbildung,
mit der sie Fit for Future sind. Denn Österreichs Unternehmen statten die Jugendlichen mit der für einen erfolgreichen Berufsstart erforderlichen Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz aus. Für unsere Betriebe ist, wie die Einsendungen zum Lehrbetriebswettbewerb Fit for Future eindrucksvoll belegen, die Lehre aber mehr, als Jugendlichen eine berufliche Zukunft zu schaffen. Ihnen ist die Gesundheit, Sicherheit und Zufriedenheit jedes einzelnen Lehrlings ein großes persönliches Anliegen.

Die Chefs oder Ausbilder haben daher stets ein offenes Ohr für die Anliegen und Probleme der Jugendlichen, ganz gleich ob diese im beruflichen oder privaten Bereich liegen. Den Lehrlingen wird dann auch mit Rat und Tat geholfen. Probleme werden aber am besten gelöst, wenn sie noch „Problemchen“ sind. Das betrifft natürlich auch die Leistungen der Lehrlinge in der Berufsschule. Als niederösterreichische Wirtschaftskammerpräsident-
in möchte ich hier besonders das Pilotprojekt „kostenlose Lernhilfe“ hervorheben, das von der Wirtschaftskammer Niederösterreich initiiert wurde und unseren Lehrlingen eine maßgeschneiderte und kostenlose Unterstützung bei Lernproblemen bietet.

Junge Menschen müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. Es hat sich daher noch nie gelohnt, ihnen alle Steine aus dem Weg zu räumen. Man kann die Jugendlichen aber unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden und sie durch Aufklärung und Information davor bewahren, zu viele Sackgassen einzuschlagen. Das betrifft vor allem den Bereich der Gesundheits
förderung und Suchtgiftprävention. Hier muss man ohne falsche Bescheidenheit sagen, dass unsere Be-
  triebe „Spitze“ sind. Das Engagement reicht von zahlreichen Initiativen wie Workshops und Seminaren zur Drogenprävention bis zur tatkräftigen Unterstützung von Lehrlingen, die bereits abhängig sind und ihre Sucht bekämpfen wollen. Prävention bedeutet, wie erwähnt, aber auch, das Gesundheitsbewusstsein der Lehrlinge zu fördern. Auch dazu finden Sie im folgenden Kapitel des großen Fit for Future Buches zahlreiche Cases of good Practice.

Dass manch jungem Menschen das Geld sehr locker in der Brieftasche sitzt, kann leider häufig festgestellt werden. Ebenso, dass es schwer ist, aus einer Schuldenfalle wieder heraus zu kommen. Prävention heißt für unsere Lehrbetriebe daher auch, „ihren“ Mädchen und Burschen eingehende Tipps für den richtigen Umgang mit Geld zu geben.

Wie sehr sich Betriebe für die Sicherheit der Jugendlichen abseits vom Ausbildungsplatz engagieren, zeigt ein weiteres Erfolgsmodell aus Niederösterreich. Wie es in einem Slogan so zutreffend heißt, Niederösterreich ist ein „weites Land“. In manchen Regionen meiner Heimat ist auch für Lehrlinge das Moped oder später das Auto fast unersetzlich. Damit die Jugendliche sicher unterwegs sind, ermöglicht ein Waldviertler Unternehmen seinen Lehrlingen daher die Absolvierung eines Fahrsicherheitstrainings.

All diese Beispiele zeigen, dass der Einsatz der Betriebe in der Lehre weit über das geforderte Maß hinausgeht, sie also weit mehr bieten, als „nur“ eine Ausbildung. Darauf bin ich stolz. Gleichzeitig bin ich froh, dass mit dem Fit for Future Buch dieses Engagement Vielen bekannt gemacht wird.