|
||||||||||
|
8.2.4 Frauenpower: Erfolg mit Mädchen in technischen Berufen Unternehmen, die Mädchen für die Lehrausbildung in einem technischen Beruf begeistern können, erschließen sich ein zusätzliches Bewerber-Potenzial. Die Erfahrungen in der Praxis sind, wie Fit for Future zeigte, mehr als vielversprechend. So stehen die Mädchen in High-Tech-Schmieden, wie der voestalpine Krems GmbH oder der FACC Fischer Advanced Composite Components AG in Ried, ihren Mann. Das Statement von FACC-Personalmanagerin Mag. Petra Wernbacher kann deshalb durchaus stellvertretend für alle Unternehmen gelten, die auch in der Technik nicht auf Frauenpower verzichten wollen: Die Mädchen haben sich von Anfang an um nichts schlechter angestellt als die Burschen. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen hatte FACC keinen Mangel an weiblichen Bewerbern für technische Lehrstellen. Schon beim Einstieg der Firma in die Lehrlingsausbildung vor vier Jahren konnte das Unternehmen unter etwa gleich vielen männlichen und weiblichen Lehrstellenbewerbern auswählen. Dass in der Folge 15 Mädchen und 16 Burschen eingestellt wurden, sieht die Personalmanagerin auch im Nachhinein als guten Griff für das Kunststoff-Unternehmen: Die Einstellung von Mädchen in technischen Berufen ist uns besonders wichtig und die guten Erfahrungen mit gemischten Gruppen sprechen für sich: Das Gruppenklima ist ausgeglichen, der Umgangston ist höflich und die Fähigkeiten der Mädchen im Betrieb und in der Berufsschule zeigen von durchaus gleichen Talenten. (aus der FACC Fit for Future Einsendung 2004) Andere Betriebe würden gerne mehr Mädchen in technischen Berufen aufnehmen. Nur fehlt es an Bewerberinnen. Es liegt nicht an der mangelnden handwerklichen oder technischen Eignung der Mädchen, dass sie in technischen Lehrberufen noch immer weit unterrepräsentiert sind. Die Gründe liegen meist in einem auf traditionelle Berufsvorstellungen fixierten privaten Umfeld sowie am zu geringen Interesse an den vielen Angeboten der Berufsinformation. Um dem Informationsmangel abzuhelfen und auf eine Einstellungsänderung bei den Mädchen und ihren Eltern hinzuwirken, unternehmen die Wirtschaftskammern und das Wirtschaftsministerium viel. Erwähnt seien hier nur die vielen speziellen Beratungsinstrumente der Bildungs- und Berufsbe-ratungszentren der Wirtschaftskammern, der Berufsinformationscomputer BIC (-->Zusammenschau), die zahlreichen Informationsmaterialien, die Beteiligung an Berufsinfomessen und die Unterstützung vieler Ausbildungs- und Berufsinformationsinitiativen für Mädchen wie dem TALENT CHECK von Frau in der Wirtschaft. Auch die Betriebe unternehmen viel, um Mädchen für technische Berufe zu interessieren. Der freundliche Maler, Freundlinger und Wiesinger GmbH wurde für sein Engagement, Mädchen für den, laut Firmenchef Karl Freundlinger, bunten Beruf Malerin und Anstreicherin zu begeistern, sogar mit der Wirtschaftsmedaille der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz ausgezeichnet. Wie man Mädchen für technische Lehrberufe gewinnen kann und welche innerbetrieblichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollten, zeigt sehr anschaulich auch das Projekt TELEM (Technische Lehrberufe für Mädchen), bei dem Fit for Future Teilnehmer Sappi Austria Produktions-GmbH & Co. KG (Papier- und Zellstofferzeugung) mit anderen steirischen Industriebetrieben und der Industriellenvereinigung Steiermark kooperiert hat (--> 8.3.3). Hinweise: Eine Übersicht über wichtige Initiativen, um Mädchen für Berufe abseits der top 3 Friseurin und Perückenmacherin, Einzelhandel und Bürokauffrau zu interessieren, gibt der Berufsinformationscomputer BIC --> http://www.bic.at. Das AMS fördert die Lehrlingsausbildung von Mädchen in Berufen mit geringem Frauenanteil. Nähere Information gibt das regionale AMS. Weitere Informationen zu Förderungen --> http://wko.at/lehrlinge. |
||||||||||