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9.2.3 Retention: „Selbstständige und qualifizierte Fachkräfte, wer
  möchte das nicht?“ (Wolford AG)

 

 

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass jene Mitarbeiter, die ihre Ausbildung im Haus gemacht haben, sich wesentlich mehr mit dem Unternehmen identifizieren, und so zum Gesamterfolg der Schrack BusinessCom beitragen.“ (Harald Strobl, Lehrlingsausbilder, Kapsch BusinessCom AG, vormals Schrack BusinessCom AG)

Aus vielen Fit for Future Einsendungen geht sehr deutlich hervor, dass die große Mehrheit der Unternehmen Lehrlinge für ihren eigenen Bedarf ausbildet und bestrebt ist, die ausgelernten Fachkräfte im Unternehmen zu halten. Wie aber hält man junge Menschen, denen auf Grund ihrer guten Ausbildung auch bei angespannter Arbeitsmarktsituation viele Möglichkeiten offen stehen?

Ein wesentlicher Schritt dahin, einmal fertig ausgebildete Facharbeiter auch im Unternehmen zuhalten, ist die attraktive Gestaltung der gesamten Lehrzeit. Ein Lehrling, der sich während der gesamten Lehrzeit im Unternehmen wohl fühlt, wird selbst dann, wenn er attraktive Angebote anderer Unternehmen bekommt, aufgrund der aufgebauten Bindung viel leichter zu halten sein.

Wie die Teilnehmer an Fit for Future zeigen, kann mit der Bindung bereits sehr früh begonnen werden, in dem den Lehrlingen während der gesamten Lehrzeit verdeutlicht wird, welchen wichtigen Beitrag sie für das Unternehmen leisten.

Ein zweiter zentraler Ansatzpunkt umfasst den gesamten Bereich der Karrieremöglichkeiten im eigenen Unternehmen. Je besser es gelingt, den jungen Menschen ihre großen Entwicklungsmöglichkeiten im eigenen Unternehmen zu verdeutlichen, desto leichter wird man sie im Unternehmen halten können. Die Möglichkeiten dazu werden unter dem Thema „Karriere mit Lehre“ (--> 9.2.4) näher ausgeführt.


ANERKENNUNG ALS FACHKRAFT NOCH WÄHREND DER LEHRZEIT

Die Anerkennung der Lehrlinge als Fachkraft bereits während der Ausbildung geht Hand in Hand mit der Übertragung von Verantwortung und eigenen Aufgabenbereichen. Wie die Fit for Future Einsendungen verdeutlichen, ist es insbesondere für kleinere Unternehmen geradezu unerlässlich, dass die Lehrlinge befähigt werden, so früh wie möglich eigene Tätigkeits- und Verantwortungsbereiche zu übernehmen. Gleichzeitig fühlen sich die Lehrlinge dadurch respektiert und akzeptiert, wie zB die TUI REISECENTER Firmberger & Fermüller GmbH betont.

Die BUNDY BUNDY Ges.m.b.H. ermöglicht ihren Lehrlingen bereits im dritten Lehrjahr, als Stylist zu arbeiten und damit bereits während der Lehrzeit eine Qualifikationsstufe vorzurücken (--> Erfolgsfaktor 6).


ERFOLGE ANERKENNEN UND BELOHNEN

Eine Möglichkeit, wie Unternehmen den Lehrlingen ihre Wertschätzung und Anerkennung ausdrücken, ist auch die Belohnung für besondere Ausbildungserfolge. Solche Belohnungen können sowohl während der gesamten Lehrzeit (für schulische und/oder praktische Leistungen) als auch für die bestandene Lehrabschlussprüfung erfolgen (--> Erfolgsfaktor 2).

Die Möglichkeiten der Belohnung sind praktisch unerschöpflich. Die SPAR Österreichische Warenhandels-AG belohnt überdurchschnittliche Leistungen während der Lehrjahre und bei der Lehrabschlussprüfung mit dem „Gratisführerschein“. Die Siemens Transportation Systems GmbH & Co KG belohnt den erfolgreichen Lehrabschluss ebenso wie die Schirnhofer GmbH mit einer Abschlussreise nach der Lehrabschlussprüfung.

Neben der individuellen Belohnung für den einzelnen Lehrling ist die erfolgreich bestandene Lehr-abschlussprüfung aber auch ein Grund zum Feiern für das ganze Unternehmen, bestätigt doch der erfolgreiche Lehrabschluss der Lehrlinge die gute Arbeit aller an der Ausbildung Beteiligter.


ERMÖGLICHUNG DER HÖHERQUALIFIZIERUNG

Gerade die besten Fachkräfte werden häufig eine Höherqualifizierung (zB durch Berufsmatura und anschließendes FH- oder Universitätsstudium) anstreben, um sich alle beruflichen Chancen für die Zukunft offen zu halten. Durch die Ermöglichung und Unterstützung dieser Bestrebungen können auch diese Spitzenkräfte ans Unternehmen gebunden werden und Potentiale künftiger Führungskräfte ausgeschöpft werden.