zur Übersicht von Erfolgsfaktor 9

 

 

  9.2.1 Einleitung

 


9.2.1 Einleitung

Wir sehen in jedem Lehrling eine mögliche Führungskraft der Zukunft – nur so können wir die Expansion der kommenden Jahre gewährleisten!“ (Alexander Riedl, Training Consultant, McDonald’s Franchise GmbH)

Prinzipiell kann davon ausgegangen werden, dass Betriebe Lehrlinge für ihren Eigenbedarf ausbilden, um die Abgänge aus dem Unternehmen intern zu decken oder das Wachstum des Unternehmens durch selbst ausgebildete Fachkräfte zu tragen. Aus den Fit for Future Einsendungen geht eines deutlich hervor: Unternehmen betonen ganz entschieden den hohen Anteil an selbst ausgebildeten Mitarbeitern insbesondere in den Führungsebenen, und das unabhängig von der Art und der Größe der Betriebe.

Darüber hinaus gibt es aber auch Unternehmen, die über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden,

um unter den fertigen Facharbeitern nochmals die Besten für den eigenen Betrieb auswählen zu
  können
oder um die soziale/gesellschaftliche Verantwortung, Jugendlichen eine Ausbildungsmöglichkeit zu
  geben, wahrzunehmen.
Aber auch ein dritter Grund wird von den Fit for Future Teilnehmern immer wieder bestätigt:
  Längerfristiges Kalkül – denn über kurz oder lang werden die Fachkräfte knapp, es macht sich daher
  bezahlt, jetzt Jugendliche gezielt auszubilden, um den künftigen Fachkräftemangel auszugleichen.

Die Gründe sind vielfältig, ein Ziel wird dabei aber immer einhellig betont: Junge Fachkräfte, die nicht in den Betrieb übernommen werden können, sollen aufgrund ihrer qualifizierten Ausbildung beste Chancen am Arbeitsmarkt haben.

Natürlich gibt es aber immer auch Lehrlinge, die nach bestandener Lehrabschlussprüfung den Ar-beitgeber von sich aus wechseln, und: Es gibt Betriebe, die selbst nicht ausbilden und sich die fertigen Facharbeiter am Arbeitsmarkt suchen oder gezielt bei anderen Unternehmen abwerben. Wie können Ausbildungsbetriebe dem vorbeugen und die ausgebildeten Fachkräfte im Unternehmen halten? Die Fit for Future Teilnehmer haben dazu erfolgreiche Strategien entwickelt.

Zu allererst gilt es für die Lehrlinge aber einmal, die Lehrabschlussprüfung zu bestehen, und auch hier zeigen die Fit for Future Einreichungen, dass Österreichs Lehrbetriebe ihre angehenden Facharbeiter dabei nach bestem Wissen unterstützen. Dabei spielt nicht nur die fachliche Vorbereitung eine große Rolle. Als besonders wichtig wird auch die Einstimmung auf die Prüfungssituation erkannt, um den Lehrlingen die Nervosität oder gar Prüfungsangst zu nehmen.

Die Inhalte dieses Kapitels lassen sich somit mit drei Fragen umreißen, die gleichzeitig sehr hohe Abhängigkeiten voneinander aufweisen:

Wie gelingt es Betrieben, ihre Lehrlinge bei der Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung
  optimal zu unterstützen?
Mit welchen Strategien werden die Lehrlinge an das Unternehmen gebunden, so dass sie auch nach
  erfolgreicher Lehrabschlussprüfung als Fachkräfte im Unternehmen bleiben?
Welche Perspektiven haben die jungen Fachkräfte im Unternehmen und am Arbeitsmarkt?

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über verschiedenste Aktivitäten in diesen drei Schwerpunkten. Auf die fett markierten Maßnahmen wird in diesem Kapitel näher eingegangen. Im Abschnitt „Die Beispiele“ (--> 9.3) finden sich zu einzelnen Maßnahmen viele Best-Practice-Fälle.


ABBILDUNG 1: Karriere mit Lehre
Hinweis: Die Retention, also das Halten der fertigen Fachkräfte im Unternehmen, ist unmittelbar auch von den Perspektiven, den Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen abhängig. Eine Reihe von Maßnahmen wurde hier deshalb doppelt zugeordnet.